Rundstreckenrennen : Colmar-Berg – Klaus Caspers

« Ich bin wunderbar glücklich »

Ein schwerer Unfall, bei dem sich ein Fahrer lebensbedrohliche Verletzungen zuzog, hatte im vergangenen Jahr das Rundsteckenrennen in Colmar-Berg überschattet. Im strömenden Regen hatte der Deutsche Klaus Caspers im Wettbewerb der Seriensport-Trophy die Kontrolle über sein Motorrad verloren und war in die Boxenstraße gerast. Zum Glück hielt sich niemand dort auf, doch auf seiner unkontrollierten Fahrt knallte Caspers in ein abgestelltes Motorrad, ehe er den Wagen eines Helfers traf. Erst nach etwa vierhundert Metern kam er zum Stillstand. Per Helikopter wurde er damals ins Hôpital Kirchberg geflogen.
Auf Einladung der Luxemburger Veranstalter weilte Caspers am vergangenen Samstag und Sonntag auf der Goodyear-Rennstrecke in Colmar-Berg. Erfreut zeigten sich denn auch viele deutsche Teilnehmer ihren ehemaligen Rennkollegen wieder zu treffen. Capsers fehlt jede Erinnerung an den Unfallhergang, doch er erfreut sich bester Gesundheit. Dabei hatte der Fahrer damals lange zwischen Leben und Tod geschwebt. Immerhin lag er acht Wochen im Koma, erst nach fünf Wochen hatte man das Beatmungsgerät abschalten können. Auch hatte er sich mehrere Rippenbrüche auf der rechten Seite und einen Bruch des rechten Schienbeins zugezogen. Caspers ist voll des Lobes über das Krankenhaus. « Für mich das beste Krankenhaus, das ich je gesehen habe » urteilte der Deutsche am Samstag im Fahrerlager in Colmar-Berg. Er vergaß nicht die perfekte Erstversorgung am Unfallort zu betonen.
Nach dem Aufwachen aus dem Koma war er durch den ADAC nach Ratingen gebracht worden, dort wurde gleich mit der Physiotherapie begonnen. Bereits im November 2004 konnte Caspers wieder in der Spedition, die er zusammen mit seinem Bruder betreibt, arbeiten. Seine Genesung ging zügig voran, im Februar dieses Jahres ging er bereits zum Schifahren, nur mit dem Snowboarden klappte es noch nicht. Im Sommer dieses Jahres fuhr er gar mit dem Fahrrad über die Alpen. « Wenn man so einen schweren Unfall gehabt hat, genießt man das Leben mehr » gibt Kaspers denn auch unumwunden zu.
Den Motorradsport hat der Neundvierzigjährige aufgegeben. « Es fällt einem ein bisschen schwer » musste er allerdings zugeben. Immerhin hat er diesen Sport 26 Jahre erfolgreich betrieben. Jedoch möchte er seiner Familie diesen Stress nicht mehr zumuten. In der Zeit, als er in Luxemburg-Stadt im Krankenhaus lag, hat seine Frau 19.000 Kilometer zwischen ihrem Wohnort in Velbert bei Düsseldorf und Luxemburg zurückgelegt um ihn zu besuchen.
Ganz hat Caspers dem Motorrad jedoch nicht ade gesagt, plant er doch mit seiner Ehefrau zusammen eine Tourenfahrt zum Gardasee.
Romain Heckemanns / 4. September 2005