Claude Schons
Abschied vom aktiven Motorsport
Nach dem gemeinsamen Sieg mit Friedrich Leinemann beim Schlussrennen
des diesjährigen Porsche Sports Cups-Endurance Anfang Oktober in
Hockenheim hat Claude Schons sich entschieden einen Schlussstrich unter
seine Motorsport-Karriere zu ziehen. Seit 1993 hat Schons insgesamt 251
Autorennen bestritten.
Gleich in seinem Debütjahr war Schons nationaler Rundstreckenmeister
geworden, den Titel konnte er auch in der darauffolgenden Saison verteidigen.
In der gleichen Zeitspanne war er auch bei den 24-Stunden-Rennen in Spa
und Zolder (nur 1994) am Start. Seine erste Teilnahme auf dem Ardennen-Rundkurs
war auch seine erfolgreichste, zusammen mit Lucien Franck und Yves Wagner
wurde er auf einem Porsche 964 RS Sechzehnter. Im folgenden Jahr musste
das Trio Schons-Pensis (B)-Bervid (CZ) auf der gleichen Strecke nach acht
Stunden aufgeben. Das BMW 320i Supertourisme-Team hatte bis dahin Platz
sieben bekleidet. In seiner langen Karriere war es das einzige Mal, dass
Schons nicht in einem Porsche unterwegs war. Einen Ausfall mussten Schons,
Franck, Wagner - dieser war nach 18 Stunden Rennen mit dem 964 RS von
der Strecke abgekommen - in Zolder hinnehmen. Im Rückblick auf seine
Karriere weiß Claude Schons nur von zwei üblen Erfahrungen
zu berichten. Im Jahre 1995 hatte sein Partner René Schenck (B)
beim Zwei-Stunden-Rennen in Colmar-Berg bereits in der ersten Runde seinen
964 RSR bei einem Ausritt beschädigt, und der Luxemburger konnte
seinen Titel nicht mehr verteidigen. Und auf dem Hockenheim im Jahre 2004
hatte Schons selbst im 996 GT3 RS einen üblen Abflug, knallte in
die Begrenzungsmauer und brach sich den linken Fuß. Auch 1996 wurde
Schons Luxemburger Meister, aber schon im gleichen Jahr wandten er und
Wagner sich der Porsche GTP (gran turismo powerspeed)-Endurance zu. Bestens
in Erinnerung ist ihm sein erster Sieg in der GTP-Trophy in Zeltweg (A)
im Jahre 1997 geblieben.
Mit dem CSR-Team auf der Erfolgsspur
Dann folgte eine Neuorientierung; er gründete 1998 das CSR-Team und
fortan teilte er sich mit Friedrich Leinemann das Cockpit. Zwischen 1998
und 2006 bestritt er 84 Rennen in der GTP und der PSC. Dreimal war der
Schweizer Beat Ganz und einmal der Deutsche Timo Kluck sein Partner in
dieser Zeit. Ihre ersten Klassentitel (Sprint/Trophy und Endurance) holten
Schons-Leinemann (993 GT2) schon in ihrer ersten gemeinsamen Saison. In
den folgenden Jahren kamen noch acht Klassentitel hinzu. Die Saison 2004
in der GTP-Endurance, jenes Jahr also, in dem er seinen schweren Unfall
hatte, konnte der Luxemburger gemeinsam mit Leinemann mit dem Meistertitel
abschließen. Zur Erstellung der Meisterschaftstabelle waren die
acht besten Resultate von zehn Rennen herangezogen worden. Ein Jahr später
rief das Werk aus Zuffenhausen den Porsche Sports Cup-Endurance ins Leben
und dieses Jahr 2005 war wohl das erfolgreichste überhaupt für
Claude Schons (996 GT3 RSR). Er entschied sämtliche Rennen der PSC
- Leinemann war in Hockenheim wegen einer Familienfeier nicht dabei -
für sich, und holte alleine den Titel, zusätzlich gewann er
(als Gaststarter) in der GTP auf dem Nürburgring und bei den beiden
Sprints Anfang Juni in Colmar-Berg. In der nun abgeschlossenen Saison
ist das Deutsch-Luxemburger Duo Zweiter in der Endabrechnung der PSC-Endurance
geworden. Zusätzlich wurde es Meister in seiner Klasse und das CSR-FMT
Team wurde Mannschaftsmeister. Der erste Platz im Finale in Hockenheim
bedeutete gleichzeitig den fünfzigsten gemeinsamen Sieg von Schons
und Leinemann.
Dreimal wurde ihm bisher die Trophée International ACL verliehen
und fünfmal der Mérite Spécial ACL (2001-2005). Neben
seinen Rennsportaktivitäten bekleidet Schons außerdem seit
2005 den Posten des Präsidenten der A.l.Pi.C.A. (Association luxembourgeoise
des Pilotes de Courses Automobiles).
Romain Heckemanns
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